Aktuelle Waldschutzsituation im Forstamt Biedenkopf


Der durch die letzten beiden Trockenjahre verursachte Klimastress verbunden mit der Massenvermehrung verschiedener Borkenkäfer, Pilze und anderer Schadorganismen lässt derzeit vermehrt Bäume absterben. Alle Besucher des Waldes müssen sich daher verstärkt mit den waldtypischen Gefahren, die dadurch entstehen, auseinandersetzen. Dies können unter anderem herabstürzende Äste, abgebrochene Kronen oder Kronenteile oder auch umstürzende Bäume sein, die Waldbesucher gefährden.

Nicht nur Nadelbäume wie die Fichte, sondern auch Buchen, Eichen oder Ahorn sind vielerorts vom Absterben betroffen. Besonderes Augenmerk verlangen absterbende Buchen: Aufgrund der feuchten und warmen Witterung in 2019 treten die Schäden an vielen Standorten, mit großem
Ausmaß und in hoher Geschwindigkeit ein. Die am Absterbeprozess beteiligten Pilze zersetzen schnell das Holz und machen die Kronen brüchig. Trockene Äste und ganze Kronenteile können ohne starken Wind oder sonstige Einflüsse plötzlich abbrechen und zu Boden stürzen. Hiervon
betroffen sind vor allem ältere Bestände. Derartige Gefahren waren schon immer Teil des Ökosystems, doch das vermehrte Vorkommen nach der Dürre der letzten beiden Jahre hat die Gefahrenlage in Teilbereichen deutlich verändert.

HessenForst konzentriert sich aktuell auf die Beseitigung von akuten Gefahren entlang der öffentlichen Straßen, auf Parkplätzen und an Erholungseinrichtungen im Wald. Entlang der Waldwege und abseits im Wald können und müssen wir die sogenannten „waldtypischen Gefahren“ nicht beseitigen. Aufgrund der Großflächigkeit der Schadereignisse ist eine generelle Sperrung von Waldbeständen derzeit nicht vorgesehen.

Daher bitten wir die Bevölkerung, sich des erhöhten Risikos im Wald bewusst zu sein und gegebenenfalls Waldbesuche einzuschränken oder in kritischen Bereichen ganz zu vermeiden. Achten Sie auf Veränderungen wie trockenes Laub in den oberen Zweigen, Trockenäste oder abplatzende Rinde. Auch bei Witterungsereignissen wie Gewittern mit starken Windböen meiden sie die betroffenen Waldbereiche und rechnen Sie immer mit herabfallenden Ästen oder umgestürzten Bäumen. In einigen Bereichen wird das Forstamt mit zusätzlichen Schildern auf die erhöhte Gefahrenlage hinweisen.

Private Waldbesitzer sollten im Eigeninteresse in regelmäßigen Abständen ihre Waldbestände kontrollieren und ggf. erkannte akute Gefahren sofort beseitigen.

Insbesondere Veranstaltungen im Wald sind für die Besucher und den Veranstalter mit einem hohen Risiko verbunden. Daher empfiehlt das Forstamt bis auf weiteres diese Veranstaltungen in sichere Bereiche zu verlegen oder ganz darauf zu verzichten. Regelmäßig genutzte Waldbereiche (z.B. Waldkindergärten) sollten in deutlich kürzeren Abständen durch die jeweils damit Beauftragten
auf Verkehrssicherheit geprüft werden.


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